Berichte aus der Volkshochschule Ratzeburg

Volkshochschule Ratzeburg bilanziert erfolgreiches und herausforderndes Jahr 2016

Volkshochschule Ratzeburg bilanziert erfolgreiches und herausforderndes Jahr 2016 (vl. Mareile Lutz, Aushilfskraft für die Sprachkursbetreuung, Volkshochschulleiter Holger Martens, Silvia Tessmer, Geschäftsführerin

Holger Martens und Silvia Tessmer sind auf der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung einstimmig für weitere drei Jahre als Leitung und Geschäftsführung für die Ratzeburger Volkshochschule eingesetzt worden. In diesem Rahmen bilanzierte die Volkshochschule Ratzeburg ein erfolgreiches sowie herausforderndes Jahr 2016. Die Entwicklung des allgemeinen Kursangebotes sowie der Teilnehmerzahlen verlief aus Sicht des Leitungsteams sehr zufriedenstellend. Die Teilnehmerzahlen für die Kurse in den Bereichen Sprache, Kunst, Kultur, Gesundheit und Beruf konnten noch einmal leicht gesteigert werden. Auch die Sonderformate, wie die Dienstags-Vorträge, haben sich fest etabliert und werden mit durchschnittlich 40 Besuchern pro Vortrag sehr gut besucht.

Allerdings ist aus Sicht des Leitungsteams die Entwicklung der Volkshochschule als wichtige Einrichtung der Erwachsenenbildung und somit auch der Daseinsvorsorge für Ratzeburg und das Umland damit keineswegs abgeschlossen. Ortsnahe Angebote der beruflichen Bildung und der Schulabschlüsse auf dem zweiten Bildungsweg im Sinne des Prinzip eines "lebenslangen Lernens", die Beteiligung an wichtigen gesellschaftlichen Kampagnen sowie der politischen Bildung sind wichtige Bildungsbausteine, die gerade im ländlichen Raum eine größere Bedeutung erlangen müssen. Erste Schritte auf diesem Weg beschreitet die Volkshochschule Ratzeburg in Kooperation mit Partnern vor Ort, wie beispielsweise dem "Demenz-Netz Herzogtum Lauenburg" sowie dem der politischen Bildungsinitiative "Demokratie leben" des Vereins Miteinander leben e.V.. Die Volkshochschule Ratzeburg hat sich hier als wichtiger lokaler Netzwerkpartner etabliert, der für Kooperationsprojekte neue Formate entwickelt, wie die in 2016 begründete "Schwerpunkt-Reihe", und sich an kommunalen Projekten der Daseinsvorsorge oder der "Partnerschaft für Demokratie" aktiv beteiligt.

 

 

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Informieren gemeinsam über das Thema "Demenz" (vl.) Pia Lüneberg-Kleinschmidt,
Barbara Hergert, Leiterin des Demenznetz Herzogtum Lauenburg; Brigitte Hölscher,
Holger Martens, Leiter der Volkshochschule Ratzeburg


Herausfordernd war das zurückliegende Jahr mit Blick auf die zahlreichen Sprachkurse, welche die Volkshochschule im Zuge der Integrationsarbeit mit geflüchteten Menschen organisiert und durchgeführt hat. Von einführenden STAFF-Kursen aus dem Programm des Landes über Alphabetisierungskurse bis zu Sprachkursen für Fortgeschrittene auf den Niveau-Stufen A2/B1 und B2 wurde ein breites Spektrum von Angeboten für die nachhaltige Sprachentwicklung von geflüchteten Menschen geschaffen. Allein 2016 besuchten 383 Schüler*innen aus Ratzeburg, Mölln und dem gesamten Umland diese Kurse, 97 Sprachprüfungen wurden durchgeführt und dabei 90 Sprachzertifikate vergeben: wichtige Bildungsbausteine auf dem Weg zu einer gelingenden Integration. Im Oktober 2016 konnten erstmalig auch ein Integrationskurs und ein ESF-BAMF-Kurs in Kooperation mit der Volkshochschule Geesthacht und der AWO Lübeck gestartet werden, ein Arbeitsfeld, das die Volkshochschule Ratzeburg trotz auskömmlicher Finanzierungen durch das Bundesamt für Migration aufgrund der fehlenden Hauptamtlichkeit nicht eigenständig anbieten kann.

 

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Volkshochschule Ratzeburg entlässt erfolgreiche Sprachschüler*innen


In der Gesamtschau sieht sich die Volkshochschule ihrem Anspruch als Erwachsenbildungseinrichtung mit einem gesamtgesellschaftlichen Auftrag mit 3986 durchgeführten abrechenbaren Unterrichtseinheiten sowie4060 Unterichtseinheiten im Bereich der Deutschkurse durchaus gerecht werden. Allerdings spiegelt sich das erreichte Niveau, welches seitens des Landesverbandes der Volkshochschulen als hauptamtlich qualifiziert wird, nicht in der Organisationsstruktur und den personellen Ressourcen der Volkshochschule wider und wird nur durch ein deutliches Mehr an ehrenamtlichem Einsatz ermöglicht. Versuche der Volkshochschulleitung, dieses mit der Kommunalpolitik im Sinne einer perspektivischen Entwicklung der Erwachsenbildung vor Ort als eines der maßgeblichen Daseinsvorsorgeprojekte konstruktiv zu diskutieren, unterblieben jeweils mit Verweis auf die städtische Haushaltslage. In punkto Finanzen erweist sich die Volkshochschule dabei seit einigen Jahren nicht mehr als Zuschussbetrieb. Sie erwirtschaftet, natürlich auch vor dem Hintergrund der von der Stadt unentgeltlich überlassenen Räumlichkeiten in der Ernst-Baralach-Schule, regelmäßig Überschüsse in den städtischen Haushalt, eine Situation, die sich im Rahmen einer Hauptamtlichkeit, die Zugänge zu zahlreichen Fördermöglichkeiten eröffnet, perspektivisch weiter verbessern könnte.